Why Yoga works for me!

Es gibt diese Tage. Wenn alles sich immer schneller um mich dreht und die Anforderungen von allen Seiten auf mich zu stürmen. Dann würde ich zu gerne das Rad der Termine anhalten und einmal tief Atem holen. Einen Moment RUHE geniessen.STILLE. SEIN.

Manchmal werde ich dann krank. Nicht immer ist das möglich. Ich führe ein kleines Unternehmen. Es nennt sich Familie. Ich manage die Termine von 4 bis 5 Personen, koordiniere den Lauf der Woche und den Alltag für uns alle. Ich arbeite. Ich unterrichte. Und ich liebe mein Leben, meine Kinder, meine Arbeit!

Und dennoch fühle ich mich oft wie ein Jongleur gegen die Zeit. Immer bereit den nächsten Ball punktgenau in die Luft zu befördern. Es bleibt mir oft zu wenig Zeit zu SEIN, zu atmen, meinen eigenen Bedürfnissen nach zu kommen.

Genau da setzt für mich meine ganz persönliche Yogapraxis ein. Sie gibt mir eine Auszeit. Die Erlaubnis mal nur ICH zu SEIN, ohne all die Attribute des Alltags wie Mama, Geliebte, Ehefrau, Freundin, Tochter, ihr wisst, was ich meine.

Mal nur atmen, bewegen und fühlen, was das mit mir macht, dieses Yoga.

Fasziniert und begleitet hat es mich schon länger, das Yoga. Genau genommen seid ich am Tag vor meiner ersten schriftlichen Prüfung an der Uni, mitging in eine abendliche Yogastunde. 

Ich weiss ja nicht, wie das bei euch so ist mit Prüfungen. Ich war da gemein hin ein schokoladenessendes, übernächtigtes, angespanntes Geschöpf, dessen Gedanken im Kopf pausenlos um diverse Prüfungsthemen kreisten. 

Fasziniert hat mich deshalb an meiner ersten Yogastunde, dass ich in den gesamten 90 min kein EINZIGES Mal an die bevorstehende Prüfung gedacht habe. Das hatte vorher noch niemand und nichts bewerkstelligt! Was für ein Leerraum im Kopf. Und welche Erholung für mein Nervenkostüm!

Danach hat mich Yoga eine Zeit lang aus der Distanz begleitet. Hier eine Stunde, dort ein Schwangerschaftsyoga, hier ein Buch für zu Hause. Durch Umzüge und stetig wachsende Familie. 

Und dann war es wieder da. Das gleiche Drehbuch. Der überbordende Alltag, das Kinderchaos, die kurzen Nächte und lange Tage.

 Da eröffnete ganz in der Nähe eine neues Yoga Studio!

Weisse Wände. Grosse Fenster. RUHE. Schon alleine die Tatsache, dass keine Spielsachen herum lagen, niemand MAMA zu mir sagte und meine einzige Aufgabe darin bestand, eine Matte auszurollen und dann 75 min zu atmen und zu bewegen - fühlte sich für mich an, wie der Himmel auf Erden. Und versteht mich nicht falsch - ich liebe! mein Leben, meine Kinder. Aber wir brauchen alle Mal ne Pause.

Schon beim Eintreten in mein Yoga ‘Sanctuary’ standen an der Türschwelle die himmlischen Worte ‘SILENCE’. Kennt jemand das? Als Mutter 3er Kleinkinder hörte sich das damals an wie ein Fremdwort (wir lebten in den USA, es war also keines). Schon alleine 1 Stunde ‘Silence’ hätte mir genügt. Mich magisch angezogen.

Die Yogastunde begann regelmässig mit sanften Dehnübungen und mein un-trainierter Körper dachte jedes Mal: Oh, ja, dass geht aber gut. Bis ich mich 45 min später erschöpft, schwitzend und sehr zufrieden auf der Matte wieder fand und beinahe komatös - und nichts denkend! - in Savasana versank. Himmlisch!

So hat meine Liebe zum Yoga ihren Lauf genommen.

Mein Leben verändert. Meine Beziehungen verändert. Mich bewusster Wahrnehmen lassen, wo meine eigenen Grenzen sind. Wann ich erst auftanken muss, bevor ich wieder all meinen ‘Jonglagen’ als berufstätiger Mutter gerecht werden kann. Mich ruhiger, sanfter, geduldiger, stärker und mutiger werden lassen. Mich immer wieder gestärkt für die Herausforderungen des Alltags. Mein Bewusstsein geschärft für all die kleinen Wunder, all die süssen Momente des Lebens. Und vor allem im Fluss des Alltags immer wieder für Ausgleich gesorgt. Für mehr Ruhe. Für eine bessere Balance - auf der Matte, wie im Alltag.

Und ganz pragmatisch. Bis zum heutigen Tag gehe ich jedesmal mit einem besseren Gefühl aus einer Yoga Praxis heraus, als ich rein ging. Das alleine ist mir genug. Dafür brauche ich keine ‘roket science’. Das ist für mich der lebendige Beweis, dass Yoga funktioniert. Für mich.


Namaste, Janine 


    

Tom Derrington