Sarah's Umzug

Ich gebe es zu; es ist mir noch nie so leicht gefallen, Yoga in den Alltag zu integrieren wie dieses Wochenende. Dank meines bevorstehenden Umzugs räume ich mein Büchergestell (Urdhva Hastasana), fülle Kisten und Koffer mit nützlichem wie auch zugegebenermassen unnützlichem Material (Malasana und Uttanasana) und versuche, allem Herumliegenden irgendwie auszuweichen (Prasarita Padottanasana oder Virabhadrasana I und II). So weit so gut. Nach vielen Stunden schweisstreibendem und ermüdendem Strecken, Beugen und Verdrehen meldet sich mein Magen und ich entscheide, dass es jetzt wohl Zeit für Cookasana (Kochen) wäre. Ab in die Küche... Aber wo ist die Pfanne? Und noch viel schlimmer; das Curry-Pulver? Tja, dann habe ich immerhin für einmal eine wunderbare Ausrede, um der Völlerei im Tibits zu frönen. Ab aufs Velo, und rauf in die Gurtengasse! Kurz bevor sich mein Teller mit vielen Leckereien füllt, bemerke ich etwas irritiert, dass meine Arme und Hände volle Bewegungsfreiheit geniessen – das verheisst allerdings nichts Gutes, da mir sonst üblicherweise immer mindestens eine Tasche beim Schöpfen im Weg ist. Einmal tief durchatmen – Om! Ohne Geldbeutel kein voller Tibits-Teller. Und in dem Fall auch kein Zwischenstopp, um an einer anderen Ecke etwas Essbares aufzutreiben. Zurück aufs Velo und nach Hause ins Durcheinander. Vor der Haustüre angelangt dann déjà vu à la Tibits; es ist einfach so keine Tasche mit dabei, in der man rumwühlen könnte, zum Beispiel nach dem Hausschlüssel. Die Erkenntnis trifft mich wie ein Schlag; ich hab’ mich ausgesperrt. Immerhin jetzt ein sehr guter Moment, um nochmals Yoga (inhale: peace, exhale: let it all go) in den Alltag zu integrieren, vielleicht diesmal mehr auf der Ebene, die tatsächlich mit dieser Integration gemeint ist...

Sarah

 

Tom Derrington